„Früher war mehr Lametta!“ - Weihnachtsschmuck im Wandel – 01.12.2017-23.12.2017

Die diesjährige Adventsausstellung des Stadtmuseums zeigt Weihnachtsbäume und Accessoires als Spiegel des jeweiligen Zeitgeschmacks.

So waren die ältesten „Tannenbäume“, meist eine Fichte, mit Äpfeln, Nüssen, Hagebutten- und Bohnenkränzen geschmückt. Auch Backwerk, braune Pfeffernüsse und sogenannte „Stutenpoppen“, ja sogar frische Blut- und Leberwürste hing man an Heiligabend an den Weihnachtsbaum. Mit dem industriellen und verkehrstechnischen Fortschritt verbreitete sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in den Städten und in wohlhabenderen Haushalten Thüringer Glaskugeln, sowie Lametta, Engelshaar und feines Konfekt. Im Ersten Weltkrieg wurde der Weihnachtsbaum zum nationalen Symbol stilisiert. Weihnachtsschmuck in Form von Waffen aus Pappe und Glas, Flaggengirlanden und Schmuck in den Farben schwarz-weiß-rot schmückten den „militarisierten“ Weihnachtsbaum. Die Weihnachtskugeln der 1960er Jahre waren entsprechend dem damaligen grafischen Dekor gestaltet. Durch die starke Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes wurde der Weihnachtsschmuck zur industriellen Massenware. Von Hand gestaltete Glaskugeln aus dem alten Thüringischen Glaszentrum Lauscha sind heute bei Liebhabern und finanzkräftigen Familien weiterhin sehr beliebt. Ähnliches gilt für die thüringische und erzgebirgische Holzschnitzkunst. Die Ausstellung wurde durch Leihgaben des Mecklenburgischen Volkskundemuseums, des Freilichtmuseums Schwerin –Mueß, bereichert. Die Ansichten historischer Weihnachtskarten aus dem Ersten Weltkrieg stammen aus der Sammlung von Henry Gawlick, Hagenow.